Mobile Wettanbieter unter der Lupe: Wer auf dem Smartphone wirklich darf

Updated Oktober 2026
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Die Frage, die dieses Thema trägt, klingt harmlos: Welche Wettanbieter funktionieren auf dem Smartphone am besten? In Deutschland hat sie eine Vorfrage, die jede andere überlagert. Ein mobiler Wettanbieter ist nur dann eine legale Option, wenn sein Sportwettenangebot auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder steht. Danach erst lohnt der Blick auf Ladezeiten, Wettschein, Livefunktionen und Zahlungswege — in dieser Reihenfolge, nicht in der Reihenfolge, in der die Werbung sie verkauft.

Eine Hand hält ein Smartphone mit dunklem Display in einem Zug, am Fenster ziehen verschwommen Felder vorbei.
In der App-Store-Beschreibung von bet365 steht der „Wetten-Konfigurator+“, der die beliebtesten Wettmöglichkeiten ausgewählter Veranstaltungen in einer Wette kombiniert.

Datenstand: 29. Oktober 2026, Erlaubnisangaben geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder.

Damit ist auch schon die wichtigste Sortierfrage dieses Themas beantwortet: Es gibt nicht einen Weg zum mobilen Wetten, sondern mehrere, und sie führen zu sehr unterschiedlichen Rechten. Wer im App Store nach „Sportwetten“ sucht, findet Angebote aus Malta, aus Gibraltar, aus Curaçao — und eine App-Beschreibung sagt über die deutsche Erlaubnis so viel wie ein Werbeprospekt über das Kleingedruckte. Der folgende Text nimmt sich deshalb zuerst die Erlaubnis vor, dann die Schutzregeln, die auf dem Telefon genauso greifen wie am Rechner, dann das Gerät selbst, und erst danach die zehn Anbieter, die auf der Whitelist stehen. Wer nur schnell wissen will, ob seine App legal ist: Der Blick auf die Whitelist dauert zwei Minuten und erspart eine Menge Ärger.

Womit mobiles Wetten in Deutschland überhaupt zu tun hat

Ein Smartphone verändert an einer Sportwette fast nichts. Es verändert, wo sie abgegeben wird: im Zug, auf dem Sofa, im Stadion. Was daran hängt, ist eine Reihe von Grundlagen, die in der mobilen Praxis ständig durcheinandergehen — Erlaubnis, Wettprogramm, Zahlungswege, Wettsteuer. Jede davon entscheidet mit, ob ein Anbieter für einen bestimmten Nutzer in Frage kommt, und keine davon sieht man in einem App Store.

Ein Fußball liegt auf einem Rasenplatz bei Sonnenaufgang, daneben ein kleiner Stapel Trainingshütchen.
Laut App-Store-Beschreibung überträgt bet365 jedes Jahr Hunderttausende Veranstaltungen per Livestream.

Der erste Filter ist keine Geschmacksfrage

Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 ist seit dem 1. Juli 2021 in Kraft und regelt, wer in Deutschland überhaupt Sportwetten im Internet vermitteln darf. Zuständig ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale). Sie erteilt die bundesweite Erlaubnis für das Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet und führt die offizielle Whitelist. Diese Liste ist der einzige belastbare Test: Wer dort nicht steht, hat keine Erlaubnis, unabhängig davon, welche Lizenz aus welchem Land seine Fußzeile ziert.

Der Stand der Liste, auf den sich alles Weitere hier bezieht, ist der 2. Oktober 2026. Er umfasst 30 Einträge: 27 Halter mit Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich für Pferdewetten, und drei Halter ausschließlich für Pferdewetten. Eine Pferdewetten-Erlaubnis erlaubt keine Sportwetten, und die Slots-, Poker- oder Casinogenehmigungen eines Halters sagen nichts über sein Sportwettenangebot. Es sind getrennte Erlaubnisse mit getrennten Regeln.

Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre. Die Whitelist nennt nur das Datum der Erteilung, niemals ein Ablaufdatum — wer dort ein Enddatum zu lesen glaubt, liest es nicht. Und: Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain, aber eine .de-Domain allein beweist nichts. Die Endung ist bei deutschen Anbietern die Regel, nicht das Merkmal.

Ein Anbieter, ein Konto, und was das für Mobilnutzer heißt

Vor der ersten Wette steht die Verifizierung. Ein Konto pro Anbieter ist die Regel, und vollständig verifiziert muss es sein. Vor abgeschlossener Prüfung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel betreiben — mit einer Einzahlungsgrenze von 100 € und ohne Auszahlungen. Wer auf dem Telefon schnell ein Konto eröffnet und sofort setzen will, trifft genau diese Wand, und sie ist keine Schikane der App, sondern eine Vorgabe des Staatsvertrags.

Dazu kommt das Verbot des Parallelspiels. Gleichzeitig bei mehreren Veranstaltern zu setzen, ist unzulässig; die Aktivitätsdatei LUGAS macht es nachvollziehbar. Für jemanden, der zwei Apps auf dem Homescreen hat, ist das die unangenehmste Regel des ganzen Themas, weil sie sich technisch nicht umgehen lässt und im Streitfall den Auszahlungsanspruch kosten kann.

Zahlungswege: das eigene Konto ist keine Formalie

Einzahlungen sind nur von einem Zahlungskonto erlaubt, das auf den Namen des Spielenden lautet und bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut geführt wird. Anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen. Das ist der Mechanismus, der Krypto und anonymes Prepaid aus dem erlaubten deutschen Wetten heraushält — nicht eine Liste verbotener Marken, sondern eine Regel über den Kontoinhaber.

Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Sache und steht nur in seinen Bedingungen. Zwei Beispiele aus den App-Beschreibungen: bet365 nennt unter anderem Debitkarte, PayPal und paysafecard, Betano unter anderem Apple Pay, Google Pay, PayPal, Klarna Sofortüberweisung, Betano Cash und Kreditkarten. Für einen Mobilnutzer ist das der praktisch relevanteste Abschnitt überhaupt, weil eine Überweisung vom Desktop aus mühsam und vom Telefon aus noch mühsamer ist. Wer eine bestimmte Zahlungsart braucht, prüft sie vor der Registrierung — hinterher ist sie der Grund, warum Geld liegen bleibt.

Spielerguthaben liegen auf einem treuhänderisch geführten, insolvenzgeschützten Konto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt. Das ist eine der wenigen Stellen, an denen die Regulierung einem Mobilnutzer direkt in die Tasche arbeitet.

Die Rechtslage auf dem Touchscreen: Was die Whitelist wirklich zeigt

Wer eine Wett-App prüft, prüft keine App. Er prüft den Veranstalter dahinter — und die Whitelist ist die einzige Adresse, an der das verlässlich geht. Sie führt jeden Halter mit Sitz, Erlaubnisart und dem Datum, seit dem die Erlaubnis für eine bestimmte Domain gilt. Was sie nicht führt, ist das, was ein Mobilnutzer am liebsten hätte: eine Auskunft über Qualität.

Ein schmaler Schreibtisch am Fenster mit einem Notizbuch, einer Lupe und einem Bleistift im Morgenlicht.
Die GGL-Whitelist führt für bet365 die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Warum die Erlaubnis der App-Beschreibung nicht zu trauen ist

Eine Selbstdarstellung im App Store ist Werbung, und Werbung darf nur von Erlaubnisträgern betrieben werden. Das macht sie nicht zur Quelle. NEO.bet beschreibt sich als lizenzierter Sportwettenanbieter mit deutscher Lizenz, im Store ist ein anderer Name als Anbieter eingetragen. Betway verweist auf eine „Deutsche Lizenz (Whitelist)“, während als Anbieter eine Gesellschaft mit Sitz in London steht. Tiptorro beschreibt sich als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde.

Das kann alles zutreffen. Es ist nur kein Nachweis. Der Nachweis ist der Abgleich der beworbenen Domain mit der Whitelist — und dort zählt die Domain unter der Sportwetten-Erlaubnis, nicht der Name auf dem App-Icon. Diese Unterscheidung ist der praktische Kern des Themas: Der Sitz in Malta ist bei fast jedem lizenzierten deutschen Anbieter normal, weil die Whitelist unter der Domain führt, wer die Erlaubnis hält. Malta ist kein Warnsignal. Eine fehlende Whitelist ist eines.

Diese Selbstdarstellungen stammen aus den App-Store-Beschreibungen und geben wieder, was die Anbieter dort selbst angeben. Über die Erlaubnislage entscheidet das nichts — nur der Eintrag in der Whitelist.

Für die Beurteilung eines Halters, der nicht auf der Liste steht, hat die Behörde zuletzt selbst Klartext gesprochen. Am 17. September 2026 warnte die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten, ausdrücklich genannt war Platincasino. Wer eine App ohne Whitelist-Eintrag nutzt, spielt dort, wo die Behörde öffentlich abrät.

Sportwettensteuer: warum die Quote nicht einfach 5,3 % kleiner ist

Die Sportwettensteuer steht in den §§ 16–25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes und beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz, der gezahlt wird, abzüglich der Steuer selbst“. Umgerechnet auf den eingezahlten Betrag sind das rund 5,03 %. Schuldner ist der Veranstalter der Wette, nicht die Person, die setzt. Ob und wie er sie weitergibt, ist seine Entscheidung — eine Zahl darüber lässt sich für einen Anbieter nur aus dessen eigenen Bedingungen belegen, und „5,3 % des Einsatzes“ wäre in jedem Fall die falsche Formulierung.

Zwei Dinge sind daran für Mobilnutzer wichtig. Erstens: Die Steuer fällt bei jedem Anbieter an, auch bei einem ohne deutsche Erlaubnis — gezahlte Steuer ist kein Legitimitätsnachweis. Zweitens: Für private Gewinne aus Sportwetten ist auf primärer Ebene nichts Belastbares geregelt; hier gilt die allgemeine Auskunft, dass ein Steuerberater die richtige Adresse ist.

Was live erlaubt ist und was nicht

Livewetten sind nicht frei. Während eines laufenden Ereignisses sind Wetten nur auf das Endergebnis sowie auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente in Sportarten erlaubt, in denen solche Ereignisse selten sind. Nächstes Tor im Fußball: ja. Nächster Satz im Tennis: ja. Nächster Punkt im Tennis oder nächster Korb im Basketball: nein. Wer in einem Live-Stream mit einer App vor dem Fernseher sitzt, merkt schnell, dass die interessantesten Live-Märkte genau die sind, die fehlen.

Nicht erlaubt sind Wetten auf Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure beteiligt sind. Nach der Praxis der Behörde zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich. Ebenfalls ausgeschlossen: manipulationsanfällige Wetten, Wetten auf Regelverstöße oder deren Ahndung sowie Wetten auf soziale oder politische Ereignisse. E-Sport wird von der Behörde nicht als Sport anerkannt; lizenzierte E-Sport-Wetten gibt es in Deutschland nicht.

Cashout fällt aus dieser Aufzählung heraus, weil es keine gesetzliche oder behördliche Regel dazu gibt. Es ist ausschließlich ein Feature des jeweiligen Anbieters, mit dessen eigenen Bedingungen — dazu findet sich in der folgenden Übersicht „Die zehn Anbieter im Einzelnen“ mehr.

Auszahlungen erfolgen erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses. Ein gesetzlicher Einsatzhöchstbetrag pro Wette existiert im Sportwettenbereich nicht.

Wenn es schiefgeht: Konto, Auszahlung, Durchsetzung

Die Whitelist ist der Vorteil, den man erst merkt, wenn es ein Problem gibt. Ein gelisteter Anbieter arbeitet unter der Aufsicht der Behörde, Guthaben liegen insolvenzgeschützt, Auszahlungen bei Kontoschließung haben einen Zeitrahmen von fünf Werktagen. Ein Anbieter ohne Erlaubnis unterliegt nichts davon — er hat seine eigenen Hausregeln.

Offshore heißt konkret: keine Erlaubnis, keine Anbindung an OASIS oder LUGAS, kein deutscher Rechtsweg, aber auch höhere Limits. Wer dort setzt, kann Glück haben und trotzdem nichts in der Hand, wenn es kracht. Die Behörde kann gegen unerlaubte Angebote vorgehen: Untersagungsverfügungen, Zahlungssperren, Netzsperren. Das Veranstalten unerlaubter Wetten ist nach § 284 StGB strafbar, die Werbung dafür nach § 5 des Staatsvertrags und § 284 StGB; für die bloße Teilnahme (§ 285 StGB) ist weder eine Verfolgung von Einzelpersonen noch eine Generalamnestie belegt — aus einer unklaren Lage lässt sich in beide Richtungen nichts ableiten.

Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Veranstalter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt, und die Frage beschäftigt die Gerichte weiter: Der Bundesgerichtshof hat sie dem Europäischen Gerichtshof mit Beschluss vom 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) vorgelegt, in einem Fall, in dem ein Kläger mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 von Tipico zurückverlangt. Der Generalanwalt beim Europäischen Gerichtshof, Nicholas Emiliou, hielt in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 (Tipico) eine Rückzahlungspflicht unlizenzierter Anbieter grundsätzlich für möglich, mit einer Ausnahme: wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Ein Urteil steht aus. Einen Auszahlungsanspruch verspricht das niemandem.

Welche Wege einem Spielenden offenstehen — und was jeder kostet

Der Vergleich, um den es hier wirklich geht, ist nicht der zwischen zwei Apps. Er ist der zwischen zwei Rechtsräumen. Auf der einen Seite steht der gelistete Anbieter: Rechtssicherheit, Schutzmechanismen, insolvenzgeschütztes Guthaben — bezahlt mit einem Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, eingeschränkten Live-Märkten, vollständiger Verifizierung und Zahlungen vom eigenen Konto. Auf der anderen Seite steht das unerlaubte Angebot: höhere Limits, mehr Live-Märkte, kein OASIS, kein LUGAS, keine deutsche Aufsicht — bezahlt damit, dass keiner dieser Schutzmechanismen existiert und im Konfliktfall niemand zuständig ist, den man anrufen könnte.

Wer wenig einsetzt, merkt von den 1.000 € nichts; ihn kostet das Limit nichts. Wer viel einsetzt, merkt es sofort und wird versucht sein, den Weg über einen Anbieter ohne Erlaubnis zu nehmen — genau dort bricht die Rechnung, weil dieser Weg die teureren Ausnahmen produziert. Eine Zahl bleibt bei dieser Abwägung übrigens konstant im Hinterkopf zu behalten: Ein Konto ohne Whitelist-Eintrag ist kein Schnäppchen, sondern ein anderer Rechtsraum.

Spielerschutz auf dem Telefon: die Regeln, die den App-Store überleben

Ein verbreitetes Missverständnis lautet, am Smartphone gelte eine weichere Version derselben Regeln. Das Gegenteil ist der Fall. Die Schutzmechanismen der §§ 6 ff. des Staatsvertrags sind geräteunabhängig — sie hängen am Konto, nicht am Endgerät. Die App ist nur der Bildschirm, auf dem sie sichtbar werden.

Was verlangt wird, bevor überhaupt gesetzt wird

Die Teilnahme ist ab 18 Jahren erlaubt (§ 4 Abs. 3). Die Altersprüfung findet bei der Registrierung statt und wird bei der Verifizierung bestätigt. Ein Konto pro Anbieter, vollständige Verifizierung (§ 6a) — das ist oben schon benannt und bleibt der erste Schritt.

Neu ist auf dem Telefon nichts davon, und das ist die eigentliche Aussage: Es gibt keinen mobilen Sonderweg. Wer sich in einer App anmeldet, durchläuft denselben Prozess wie am Rechner.

OASIS, Limitdatei, Panikbutton: die drei Werkzeuge

OASIS ist das bundesweite Sperrsystem, das in den §§ 8 und 8a geregelt ist und bei Registrierung und Login abgefragt wird. Wer sich dort sperrt und dabei einen Zeitraum nennt, ist mindestens drei Monate gesperrt; ohne Zeitangabe mindestens ein Jahr. Ein zweiter Login-Versuch ist nicht der Weg daran vorbei.

Das Einzahlungslimit liegt nach § 6c Abs. 1 standardmäßig bei 1.000 € pro Kalendermonat und gilt über alle Anbieter hinweg; durchgesetzt wird es über die Limitdatei LUGAS. Es ist nicht die Obergrenze des Systems, sondern sein Standard. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, kann für eine einzelne Person ein höheres Limit setzen: bis zu 10.000 €, in einem engen Rahmen bis 30.000 €, und nur gegen nachweisbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Herabsetzen wirkt sofort, Heraufsetzen erst nach sieben Tagen.

Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst einen sofortigen Block für 24 Stunden aus. Der Name ist unspektakulär, die Funktion nicht: Er ist das einzige Werkzeug, das ohne Begründung, ohne Wartezeit und ohne Beratung wirkt. Wer merkt, dass eine Sitzung kippt, findet ihn in der App — und wer ihn in seiner App nicht findet, ist in der falschen App.

Auf einem Telefon sind diese drei Werkzeuge wichtiger als am Rechner, weil das Gerät immer dabei ist. Der Kontostand liegt in der Hosentasche, die Wette ist zwei Tipps entfernt, und der Zeitraum zwischen Impuls und Einsatz beträgt Sekunden. Genau deshalb sollte man den Speicherort der Sperrfunktionen kennen, bevor man ihn braucht. Wo sich das Limit im Einzelfall ändern lässt und wie lange das dauert, steht in den Bedingungen des Anbieters.

Mobile Wettanbieter im Test: App oder mobile Seite, und worauf es auf dem Touchscreen ankommt

Auf dem Telefon entscheidet nicht die Zahl der Märkte, sondern die Zahl der Tipps, die man bis zum Wettschein braucht. Das ist das ganze Geheimnis des mobilen Wettens. Eine App, die einen Markt erst nach sechs Bildschirmen zeigt, verliert gegen eine mobile Seite, die drei braucht.

Die Prüfsteine, die auf einem kleinen Bildschirm zählen

Übersicht, Ladezeit, Wettschein, Hinweise. Diese vier Begriffe fassen zusammen, was bei einer mobilen Sportwette schiefgehen kann. Übersicht heißt: findet man eine bestimmte Liga, einen bestimmten Markt, ohne zu suchen. Ladezeit heißt: passiert das in Sekunden oder in Gedenksekunden. Wettschein heißt: sieht man, was man setzt, was es kostet und was es bringt, ohne herumzuscrollen. Hinweise heißt: steht irgendwo auf dem Bildschirm, was die Wette einschränkt.

Der Wettschein ist dabei die wichtigste der vier, weil er der einzige Ort ist, an dem ein Mobilnutzer seine Entscheidung noch korrigieren kann. Alles davor ist Stöbern.

App oder Browser: zwei Wege mit unterschiedlichem Umfang

Nicht jede App kann, was die mobile Seite kann, und nicht jede mobile Seite fühlt sich an wie eine App. Der Unterschied liegt selten in den Funktionen, häufiger in der Stabilität und in Details, die im App Store stehen: Anmeldung per Face ID bei Sportwetten.de, bargeldloses Wetten auf der Rennbahn bei Wettstar, Live-Streaming bei mehreren Anbietern. Eine Browserlösung hat einen Vorteil, den keine App bietet — sie zwingt zu einem Login mit Passwort, und wer sein Konto teilt oder teilen lässt, merkt spätestens dann, dass das nicht erlaubt ist.

Wer nur gelegentlich setzt, hat mit der mobilen Seite meist genug. Wer live unterwegs ist, merkt den Unterschied in den Momenten, in denen es darauf ankommt.

Live, Streaming und Kombibau: was auf dem Telefon funktioniert

Livewetten sind auf dem Telefon die Königsdisziplin und die Technikprobe zugleich. Erlaubt sind während eines laufenden Ereignisses nur Wetten auf das Endergebnis und auf den nächsten Treffer oder Satz — welche Märkte ein Anbieter zusätzlich anzeigt, ist eine Frage seines Wettprogramms.

Zur App-Store-Beschreibung von bet365 gehört der „Wetten-Konfigurator+“, der die beliebtesten Wettmöglichkeiten ausgewählter Veranstaltungen in einer Wette kombiniert. Betano bewirbt einen Bet Builder, der mehrere Märkte eines Spiels zusammenführt, dazu Cash Out und Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL. bwin nennt Cashout in manueller und automatischer Form, Live-Streams, Live-Statistiken sowie Kombi-Boost und Quoten-Boost. Tipwin führt Live-Wetten, Cashout ganzer und teilweiser Art, Videoübertragungen ausgewählter Ereignisse und Live-Statistiken. Das sind Selbstbeschreibungen der Anbieter.

Eine Streaming-Funktion hat dabei eine Bedingung, die man vorher liest und nicht hinterher: Das Live-Streaming bei Betano steht laut App-Store-Beschreibung verifizierten Kunden ab einem bestimmten Mindestguthaben zur Verfügung. Die genaue Höhe gehört in die Bedingungen, nicht in eine Erwartung.

Was Cashout auf dem Telefon wirklich ist

Cashout ist ein Angebot des Anbieters, keine gesetzliche Einrichtung, und es ist nicht überall dasselbe. Bei MERKUR BETS ist der Cashout nach Abgabe der Wette jederzeit nutzbar, in der App unter „Meine Wetten“ über den gelben Cashout-Button — ausgezahlt wird der Betrag allerdings erst, wenn alle Spiele des Wettscheins beendet und abgerechnet sind. Wer einen Cashout als sofortiges Geld auf dem Konto versteht, versteht ihn falsch. Bei Tipwin ist Cashout ganz oder teilweise möglich, bei NEO.bet ebenfalls als Teil-Cashout, bei DAZN Bet sitzt er direkt im Wettschein.

Die Formulierung „die Wette kontrollieren“ klingt nach Disposition. Tatsächlich kauft man sich mit einem Cashout aus einer Position heraus, und der Anbieter setzt den Preis dafür. Auf einem Telefon ist das Feature besonders praktisch und besonders gefährlich: Ein Tipp, und die Wette ist beendet — in beide Richtungen.

Die zehn Anbieter im Einzelnen

Die folgende Einordnung folgt den Einträgen der Whitelist, geordnet in der Reihenfolge, in der die Anbieter hier besprochen werden. Die Tabelle nennt nur, was die Liste selbst hergibt.

Anbieter Erlaubnislage laut Whitelist (Halter) Sportwetten-Erlaubnis seit Besonderheit
NEO.bet Sportwetten-Erlaubnis, Halter Greenvest Betting Limited 09.10.2020 Live-Quoten, Live-Wetten, Cashout und Teil-Cashout
Betway Sportwetten-Erlaubnis, Halter Betway Limited 09.03.2021 Livewetten und Livestreams laut App-Beschreibung
Tiptorro Sportwetten-Erlaubnis, Halter Torro Tec Limited 30.06.2021 beschreibt sich als unter GGL-Aufsicht stehend
ODDSET Sportwetten-Erlaubnis, Halter Oddset Sportwetten GmbH 18.11.2020 Angebot der staatlichen Lotteriegesellschaften
VBet Sportwetten-Erlaubnis, Halter SCGO Limited 05.12.2023 jüngste Erlaubnis der Runde
Sportwetten.de Sportwetten-Erlaubnis, Halter NetX Betting Limited 19.11.2020 Cash-Out-Liste mit Teil-Cash-Out, PayPal, Face ID
Interwetten Sportwetten-Erlaubnis, Halter Interwetten Gaming Limited 02.11.2020 Cash-Out, Top-Quoten für Live und Pregame
MERKUR BETS Sportwetten-Erlaubnis, Halter Merkur Bets Malta Limited 06.11.2023 über 70 Sportarten, 250.000+ Wettmöglichkeiten
888sport Sportwetten-Erlaubnis, Halter 888 Germany Limited 30.06.2021 Teil der 888-Gruppe
bpremium Sportwetten-Erlaubnis, Halter Ladbrokes (Deutschland) Limited 09.10.2020 Betreibergesellschaft mit Registernummer C92799

Was die Tabelle nicht zeigen kann, ist die Spannweite der Erlaubnisdaten: Zwischen der ersten Erlaubnis für NEO.bet, Sportwetten.de und bpremium im Oktober 2020 und der für VBet im Dezember 2023 liegen mehr als drei Jahre. Das klingt nach einer Fußnote, ist aber eine der nützlichsten Angaben der Liste — eine lange Erlaubnishistorie heißt, dass ein Anbieter mehrere Prüfrunden und die Umstellung auf die heutigen Schutzregeln mitgemacht hat. Neueinträge sind nicht schlechter, sie sind nur kürzer unter Aufsicht. Und wer wissen will, ob die Erlaubnis noch besteht: Die Whitelist nennt kein Enddatum, also ist der aktuelle Stand der Liste die einzige gültige Auskunft. Ein Screenshot von gestern ist keine.

NEO.bet: die App mit der längsten Erlaubnishistorie

Die Whitelist führt für NEO.bet eine Sportwetten-Erlaubnis mit der Greenvest Betting Limited als Halter, erstmals erteilt am 9. Oktober 2020, gefolgt von einer weiteren Erteilung am 22. Dezember 2022. Das ist eine der ältesten Sportwetten-Erlaubnisse der Runde, und sie deckt ein Angebot, das sich über die Jahre mehrfach umgestellt hat.

In der App finden sich Live-Quoten und Live-Wetten sowie Cashout und Teil-Cashout. Wer vor allem live setzt, hat hier also die Werkzeuge beisammen, und der Teil-Cashout ist der interessante: Er erlaubt, aus einem laufenden Wettschein herauszugehen, ohne ihn ganz aufzugeben. Das ist mehr Bewegungsspielraum als ein reiner Voll-Cashout und für Kombiwetten mit mehreren noch offenen Begegnungen praktisch.

Die App beschreibt sich im Store als lizenzierter Anbieter mit deutscher Lizenz und nennt als Anbieter die Greenvest Betting Limited. Das deckt sich mit dem Whitelist-Eintrag. Wer den Abgleich selbst machen will, sucht die Domain, nicht den Namen der App.

Ein Wort zur Verifizierung: Sie ist bei NEO.bet wie bei allen hier gelisteten Anbietern Voraussetzung, und vor ihrem Abschluss gelten die 72 Stunden mit 100 € Grenze und ohne Auszahlungen. Wer bei NEO.bet mit einem kleinen Budget einsteigt, merkt davon wenig. Wer direkt danach eine größere Wette platzieren will, merkt es sofort.

Betway: Livestreams und ein Londoner Name im Kleingedruckten

Für Betway führt die Whitelist eine Sportwetten-Erlaubnis mit der Betway Limited als Halter, erstmals erteilt am 9. März 2021, mit weiterer Erteilung am 23. Dezember 2022. Die Erlaubnis ist rund sechs Monate jünger als die von NEO.bet und Sportwetten.de.

Die App „Betway Sports Live Sportwetten“ nennt im App Store als Anbieter die Digital Outsource International Limited mit Sitz in London und verweist auf eine „Deutsche Lizenz (Whitelist)“. Angeboten werden Livewetten und Livestreams. Dass eine Londoner Gesellschaft im Store als Anbieter steht, während die Whitelist die Betway Limited als Erlaubnisinhaber führt, ist kein Widerspruch, sondern der Normalfall bei konzerngebundenen Marken — der Blick geht auf die Domain, nicht auf die Firma im Kleingedruckten.

Wer Livewetten mit Bild sucht, findet hier beides in einer App. Wer die deutsche Erlaubnis als hartes Kriterium nimmt, findet sie ebenfalls. Für Nutzer mit hohem Datenvolumen ist der Livestream das Feature, das den Unterschied macht.

Tiptorro: eine App, die sich selbst über die Aufsicht erklärt

Die Whitelist führt für Tiptorro eine Sportwetten-Erlaubnis mit der Torro Tec Limited als Halter, erstmals erteilt am 30. Juni 2021, mit weiterer Erteilung am 27. Dezember 2022. Die Erlaubnis liegt inhaltlich auf der Linie der übrigen Anbieter mit Erteilung im Jahr 2021.

Interessant ist hier weniger das Angebot als die Außendarstellung. Die App wird im Store von der Torro Tec Limited mit Sitz in Malta angeboten, die sich als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder beschreibt. Das ist eine Selbstdarstellung im Store — und sie deckt sich mit dem, was die Whitelist unter der Domain führt.

Für einen Anbieter, der weniger über Livestreams als über die Erlaubnis spricht, ist der passende Nutzer der, dem der Nachweis wichtiger ist als das Zusatzfeature. Das ist eine legitime Priorität.

ODDSET: staatlich, seit 2023 auch online

Die Whitelist führt für ODDSET eine Sportwetten-Erlaubnis mit der Oddset Sportwetten GmbH als Halter, erstmals erteilt am 18. November 2020, mit weiterer Erteilung am 15. Dezember 2022.

Die Oddset Sportwetten GmbH ist nach eigener Angabe seit dem 1. Januar 2020 Veranstalterin der ODDSET Sportwette und führt das Sportwettenangebot der staatlichen Lotteriegesellschaften fort. Online über Oddset.de und in der ODDSET-App ist das Angebot seit Anfang 2023 verfügbar. Damit ist ODDSET der Anbieter in dieser Runde, dessen digitales Angebot am kürzesten existiert, obwohl die Marke selbst sehr alt ist und die Erlaubnis aus dem ersten Vergabeschwung stammt.

Wer ODDSET von früher kennt, kennt die Annahmestelle, nicht die App. Wer heute mobil setzt, profitiert von der Trägerschaft durch die staatlichen Lotteriegesellschaften, muss aber damit rechnen, dass die Live- und Feature-Palette schlanker ausfällt als bei einem Anbieter, der den Wettbewerb über Produktfunktionen führt. Die App ist seit Anfang 2023 dabei und damit im Vergleich zu den übrigen Apps hier noch relativ neu.

VBet: die jüngste Erlaubnis im Feld

Für VBet verzeichnet die Behörde die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 5. Dezember 2023, Halter ist die SCGO Limited mit Sitz im Luxe Pavilion, 2nd Level, Diamonds International Building, Portomaso, St. Julian’s, Malta. Es ist die jüngste Erlaubnis der zehn und unterscheidet sich dadurch deutlich von den Einträgen aus dem Jahr 2020 und 2021.

Eine kurze Erlaubnishistorie bedeutet nicht eine schlechtere Erlaubnis, sondern eine kürzere Prüfhistorie. Für den Nutzer heißt es konkret: weniger Zeit unter deutscher Aufsicht, also weniger Belege dafür, wie der Anbieter mit Regeln umgeht, die erst im Betrieb sichtbar werden.

Wer neuere Anbieter ausprobiert, sollte genau deshalb die Auszahlungspraxis früh testen, mit einem kleinen Betrag, statt mit einem großen. Was VBet im Einzelnen an Live-Märkten und Zahlungswegen zeigt, steht in seinem eigenen Wettprogramm.

Sportwetten.de: Cash-Out-Liste und Anmeldung per Face ID

Die Whitelist führt für Sportwetten.de eine Sportwetten-Erlaubnis mit der NetX Betting Limited als Halter, erstmals erteilt am 19. November 2020, mit weiterer Erteilung am 16. Dezember 2022.

Die App enthält eine Cash-Out-Liste mit Teil-Cash-Out-Funktion, einen Live Match Tracker, PayPal-Einzahlungen und Anmeldung per Face ID; als Anbieter ist die NetX Betting Limited genannt. Diese Kombination ist die klarste Antwort auf die Frage, was ein Anbieter unter „mobil“ versteht. Die Cash-Out-Liste ist der eigentliche Fund: Sie sagt dem Nutzer, welche Wetten überhaupt aussteigbar sind, statt ihn in einem Wettschein danach suchen zu lassen. Ein Teil-Cash-Out dazu, und die beiden Werkzeuge ergänzen sich.

Face ID auf einem Telefon ist Bequemlichkeit mit einer Kehrseite: Wer sein Gerät entsperrt, entsperrt auch das Wettkonto. Einzahlung per PayPal ist auf dem Telefon die reibungsärmste Variante und gleichzeitig die, die am schnellsten geht — was für manche ein Argument gegen sie ist. Wer das Konto tatsächlich mit Biometrie sichert, sollte die Kontoauszüge im Blick behalten.

Interwetten: Cash-Out und Quoten im Doppelpack

Für Interwetten führt die Whitelist eine Sportwetten-Erlaubnis mit der Interwetten Gaming Limited als Halter, erstmals erteilt am 2. November 2020, mit weiterer Erteilung am 27. Dezember 2022.

Die App „Interwetten: Sportwetten DE“ wird im App Store von der Interwetten Gaming Ltd angeboten; die Entwicklerbeschreibung nennt eine Cash-Out-Funktion sowie Top-Quoten für Live- und Pregame-Wetten. „Top-Quoten“ ist eine Werbeformulierung, und sie bleibt eine, solange keine Zahl daneben steht. Was sich prüfen lässt, ist der Quotenvergleich im eigenen Wettschein, Markt für Markt.

Der Cash-Out ist hier das solide Feature, die Quotenbehauptung das laute. Wer Interwetten in sein Set aufnimmt, sollte ihn zuerst im Pregame-Bereich gegen die eigene Auswahl antreten lassen und dann entscheiden. Wer Live-Wetten mit Cash-Out sucht und die Quoten selbst vergleicht, findet hier ein vollständiges Instrumentarium.

MERKUR BETS: zwei Apps, die eine ist

Für MERKUR BETS führt die Whitelist eine Sportwetten-Erlaubnis mit der Merkur Bets Malta Limited als Halter, erstmals erteilt am 6. November 2023. Damit gehört MERKUR BETS neben VBet zu den beiden jüngsten Erlaubnissen der Runde.

Die MERKUR-BETS-App für Android und iOS ist kostenlos und nennt „über 70 Sportarten und mehr als 250.000 Vorab- und Live-Wettmöglichkeiten“; in derselben App steckt auch MERKUR SLOTS. Die Zahl der Wettmöglichkeiten ist die größte Angabe im Feld — und sie ist eine Selbstdarstellung des Anbieters. Die interessante Information ist eine andere: Sportwetten und Slotspiele in einer App. Das ist mobil bequem und inhaltlich ein Bruch, denn Sportwetten und Casino sind getrennte Erlaubnisse mit getrennten Regeln. Wer sich über das Sportwettenkontingent hinaus in die Slots zieht, tut das in einem anderen Regelkreis.

Der Cashout ist bei MERKUR BETS nach Abgabe der Wette jederzeit nutzbar, in der App unter „Meine Wetten“ über den gelben Cashout-Button; ausgezahlt wird der Betrag aber erst, wenn alle Spiele des Wettscheins beendet und abgerechnet sind. Diese Auszahlungsregel ist die wichtigste Einzelheit des ganzen Anbieters: Der Cashout beendet das Risiko, aber nicht die Wartezeit.

888sport: Erlaubnis unter deutschem Namen, Konzern in Gibraltar

Die Whitelist führt für 888sport eine Sportwetten-Erlaubnis mit der 888 Germany Limited als Halter, erstmals erteilt am 30. Juni 2021, mit weiterer Erteilung am 15. Dezember 2022.

Hinter der deutschen Erlaubnisgesellschaft steht die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar, die Holdinggesellschaft der 888-Gruppe, zu der 888sport gehört; die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert. Das ist die klarste Konzernstruktur im Feld und die einzige mit einer börsennotierten Mutter. Für den Nutzer ist das kein Schutzversprechen, aber es ist ein Maß an Publizität, das andere hier nicht haben.

Wer wissen will, ob sein Anbieter auch über das nächste Geschäftsjahr hinaus existiert, findet bei 888sport die meisten Anhaltspunkte. Ob die App selbst mithält, entscheidet sich am Wettschein — der Vergleich mit den übrigen neun lohnt sich gerade hier, weil ein großer Konzern nicht automatisch die flüssigste App baut.

bpremium: Ladbrokes unter deutscher Erlaubnis

Für Bpremium führt die Whitelist eine Sportwetten-Erlaubnis mit der Ladbrokes (Deutschland) Limited als Halter, erstmals erteilt am 9. Oktober 2020, mit weiterer Erteilung am 21. Dezember 2022. Damit gehört bpremium zu den drei Anbietern mit Erlaubnis aus dem Oktober 2020.

Betrieben wird Bpremium.de von der Ladbrokes (Deutschland) Ltd mit Sitz in Unit 6, St Business Centre, 120 The Strand, Gzira, Malta, geführt unter der Registernummer C92799; so steht es in den Nutzungsbedingungen in der Fassung vom 3. April 2023. Ein Betreibername, eine Sitzadresse und eine Registernummer — mehr Konkretes über die Rechtsperson bietet kein anderer Anbieter in dieser Runde.

Wer die Marke Ladbrokes kennt, findet sie hier unter deutschem Namen und deutscher Erlaubnis. Ein Detail lohnt den Blick in die Bedingungen: Die Fassung vom 3. April 2023 ist die, die hier zitiert wird, und Nutzungsbedingungen ändern sich — der Stand, der bei der Registrierung gilt, ist der, der zählt.

Angebote, Bedingungen und der übliche Verdacht

Willkommensangebote sind der Teil des Themas, an dem die Werbung am lautesten spricht und die Regulierung am wenigsten sagt. Der Glücksspielstaatsvertrag enthält keine Vorschrift, die einen Sportwettenbonus festsetzt oder begrenzt. Beträge, Umsatzbedingungen und Mindestquoten stammen ausschließlich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Das heißt: Es gibt kein „branchenübliches“ Kleingedrucktes, an dem man sich festhalten könnte. Es gibt nur das, was im Einzelfall dort steht.

Bonusarten und was jede wirklich ist

Eine Gratiswette, eine Freiwette, ein Freebet: Die Bezeichnungen wechseln, der Mechanismus ist derselbe, und er ist der am häufigsten falsch verstandene Punkt im ganzen Bereich. Bei einer Freiwette wird der Einsatz üblicherweise nicht mit ausgezahlt. Wer 10 € auf Quote 2,00 setzt und gewinnt, bekommt nicht 20 €, sondern den Gewinnanteil ohne den Einsatz. Der Bonus ist damit kleiner als der, der auf dem Plakat steht.

Ein Cashbonus ist etwas anderes: echtes Guthaben, aber oft an Umsatzbedingungen geknüpft, die den Betrag erst freispielen müssen. Eine Quotenerhöhung ist wieder etwas anderes — kein zusätzliches Geld, sondern eine bessere Quote auf eine bestimmte Wette. Eine Cashback-Aktion erstattet anteilig Verluste. Vier Arten von Angeboten, vier völlig verschiedene Rechnungen, und keine davon verwandelt sich durch die Bezeichnung in eine andere.

Wer eine „risikofreie“ Wette liest, liest eine Rückerstattung, und die kommt in der Regel als Freiwette zurück, nicht als Geld. Das ist der Kern des Wortes „risikofrei“ in diesem Markt: Das Risiko wandert nicht weg, es wandert in eine andere Währung.

Was an mobilen Boni wirklich „mobil“ ist

Manchmal liest man von speziellen mobilen Boni, also von Angeboten, die nur für App-Nutzung gelten. Ob und wie ein Anbieter das unterscheidet, steht in seinen Bedingungen — und die Bedingung, die man zuerst prüft, ist die, die den Bonus einlöst oder verfallen lässt.

Eine Umsatzbedingung sagt, wie oft ein Betrag umgesetzt werden muss. Eine Mindestquote sagt, welche Wetten dabei mitzählen. Eine Frist sagt, bis wann das geschehen sein muss. Ein Cap sagt, wie viel Gewinn aus einer Freiwette überhaupt ausgezahlt wird. Diese vier Angaben entscheiden, was ein Angebot wert ist, und keine davon steht auf einem Werbebanner.

Eine Regel ist dabei geräteunabhängig und gilt für alles hier: Einzahlungen sind nur von einem Konto erlaubt, das auf den eigenen Namen lautet und bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut geführt wird. Anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen. Wer sein Wettkonto mit einer fremden Karte auflädt, löst im Zweifel keine Bonusbedingung aus, sondern einen Prüffall.

Die Rechnung, die man selbst machen muss

Bei einer Quotenbetrachtung hilft ein Blick darauf, was der Anbieter am Markt verdient. Der Quotenschlüssel eines Marktes ergibt sich aus 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes — bei einem 1X2-Markt mit Quoten von 2,10 für Heimsieg, 3,40 für Remis und 3,60 für Auswärtssieg liegt der Quotenschlüssel bei etwa 94,2 %. Die Marge ist der Rest, also rund 5,8 %. Recherchiert sind diese Quoten für dieses Beispiel nicht; sie stehen hier nur, um zu zeigen, wie die Rechnung funktioniert, und die tatsächlichen Werte eines Anbieters findet man in dessen Quotenübersicht.

Diese Marge steckt in jeder Quote, in der App genauso wie im Browser. Sie ist der Grund, warum sich dauerhaftes Setzen ohne Linie mathematisch schwer durchhalten lässt, und der Grund, warum eine Quotenerhöhung ein Geschenk ist, das aus derselben Marge bezahlt wird. Wer zwei Anbieter vergleichen will, vergleicht die Marge desselben Marktes zum selben Zeitpunkt — nicht die einer Live-Wette um 20:55 mit der einer Vorabwette vom Vormittag.

Wichtig bleibt die Abgrenzung: Was ein Angebot im Einzelfall wert ist, hängt an Betrag, Umsatzfaktor, Mindestquote und Frist — und die stehen in den Bedingungen des Anbieters, nicht in einer Vergleichsrechnung mit ausgedachten Zahlen.

Welcher mobile Zugang zu wem passt

Der nützlichste Schnitt durch dieses Feld ist selten der, den man erwartet. Es geht nicht um den Anbieter mit den meisten Funktionen, sondern um die Frage, welcher Weg zum eigenen Verhalten passt.

Wer Gelegenheitswetten platziert und sein Konto mobil verwaltet, braucht keine Livestreams. Er braucht einen Anbieter mit einer mobilen Seite, die schnell lädt, mit einem Wettschein, der lesbar ist, und mit einer Zahlungsart, die er schon benutzt. Für diesen Nutzer ist die Auswahl unter den zehn gelisteten Anbietern reichlich, und die Funktionen, die er sich spart, sind kein Verlust. Sportwetten.de mit PayPal-Einzahlung oder Interwetten mit Cash-Out füllen das ohne Umstände.

Wer live setzt, braucht etwas anderes: eine App, die während des Spiels nicht stockt, einen aktuellen Live-Match-Tracker und einen Ausstiegsweg. Betway und bet365 liefern Livewetten und Livestreams, Betano einen Bet Builder und Streaming ab einem bestimmten Mindestguthaben, bwin zusätzlich Quoten- und Kombi-Boosts. Wer häufig Kombiwetten mit mehreren noch offenen Spielen setzt, gewinnt am meisten mit einem Teil-Cash-Out, weil er einen Wettschein entschärfen kann, ohne ihn aufzugeben.

Wer live streamt und dabei nicht zwei Geräte betreiben will, für den ist die Kombination aus App und Stream das entscheidende Kriterium — und hier gilt eine Bedingung, die nicht überspringen sollte, wer sein Guthaben nicht ständig auffüllt: die Mindestguthaben-Anforderung für das Streaming bei Betano.

Wer sein Budget eng führt, für den ist der wichtigste Punkt nicht ein Bonus, sondern die Einzahlungsgrenze. Das Standardlimit von 1.000 € pro Kalendermonat gilt über alle Anbieter hinweg, und ein Anbieter kann es nur unter engen Voraussetzungen anheben. Wer sein Limit senken will, tut das sofort; wer es erhöhen will, wartet sieben Tage. Diese Asymmetrie ist Absicht, und sie ist ein Argument dafür, sein Limit zu setzen, bevor man es braucht.

Und für den, der über Offshore-Anbieter nachdenkt, ist die Antwort ungemütlich, aber eindeutig: Dieser Weg spart das Limit und kostet die Aufsicht. Keine Anbindung an OASIS oder LUGAS, keine deutsche Stelle für Beschwerden, kein insolvenzgeschütztes Guthaben nach denselben Vorgaben. Dass Zivilgerichte in mehreren Fällen Rückzahlungen angeordnet haben und die Frage beim Europäischen Gerichtshof liegt, ist kein Grund zur Erwartung — ein Urteil steht aus, und niemand hat einen Anspruch darauf.

Häufige Fragen zum mobilen Wetten

Woran erkennt man, dass eine Wett-App eine deutsche Erlaubnis hat?

Nur an der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, abgeglichen über die beworbene Domain. App-Store-Beschreibungen sind Selbstdarstellungen der Anbieter und kein Nachweis. Achten Sie auf die Domain unter der Sportwetten-Erlaubnis, nicht auf den Firmennamen oder ein Logo.

Gelten Einzahlungslimit und OASIS-Abfrage auch in der App?

Ja. Beide sind geräteunabhängig und hängen am Konto. Das Standardlimit von 1.000 € pro Kalendermonat gilt über alle Anbieter hinweg, durchgesetzt über die Limitdatei LUGAS. OASIS wird bei Registrierung und Anmeldung abgefragt, und nach einer Selbstsperre hilft auch kein zweiter Anlauf.

Welche Livewetten sind über das Smartphone erlaubt?

Während eines laufenden Ereignisses nur Wetten auf das Endergebnis sowie auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Ausgeschlossen sind etwa der nächste Punkt im Tennis oder der nächste Korb im Basketball, ebenso Wetten auf Amateur- und Jugendsport.

Was macht die Sportwettensteuer mit Quote und Auszahlung?

Der Veranstalter schuldet 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ — rund 5,03 % des eingezahlten Betrags — nicht die setzende Person. Ob und wie ein Anbieter sie in die Quote einrechnet, ist seine Entscheidung und nur aus seinen eigenen Bedingungen belegt.

Welche Zahlungsmethoden sind mobil üblich, und welche Kontoregel gilt?

App-Beschreibungen nennen etwa Debitkarte, PayPal, paysafecard, Apple Pay, Google Pay, Klarna Sofortüberweisung und Kreditkarten. Vorgeschrieben ist: nur ein Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut, anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen.

Wie unterscheiden sich mobile Boni von normalen Willkommensangeboten?

Meist nur durch den Zugangsweg, nicht durch den Mechanismus. Entscheidend sind Betrag, Umsatzbedingungen, Mindestquote, Frist und eine Gewinnobergrenze bei Freiwetten. Ob ein Angebot an die App gebunden ist, steht in den Bedingungen des Anbieters und nicht in der Werbung.

Inhalt erstellt vom Team «Topquotende.com»